Es waren einmal die beiden
Prinzessinnen N und M, die in einer fränkischen Weinstadt
residierten. Eines schönen Tages reiste der südhessische König C
in diese Stadt, um mit den beiden Prinzessinnen einen Abend im
Lichtspielhaus zu verbringen. Um den gesellschaftlichen Pflichten
nachzukommen (N und C mussten einander noch vorgestellt werden),
wurde sich zu einer gemütlichen Runde mit prickelnden Getränken auf
M's Balkon verabredet. Doch dann geschah etwas, mit dem niemand
gerechnet hatte: Die hünenhafte Gestalt und das vom studentischen
Fechten gezeichnete Gesicht C's zogen N sofort in seinen Bann. Als
sie ihm die Hand zum Kusse reichte, fuhr ein Blitz hernieder, der ihr
den Atem stocken und die Welt um sie herum zum Stillstand kommen
ließ. Und auch C verlor sich im Anblick der hübschen Prinzessin,
die ihm da vor die königliche Nase geschwebt war. Der Verlauf des Abends war
geprägt von einem unköniglichen Verzehr prickelnder Getränke und noch mehr
unköniglichem Humor, so dass schnell klar war, dass König und
Prinzessin aus dem selben Holz geschnitzt waren.
Prinzessin M gefiel die Situation gar
nicht und von Eifersucht getrieben, versuchte sie am nächsten Abend
alles in ihrer Macht stehende, eine Kontaktaufnahme zwischen den
beiden zu verhindern und N gar mit einem anderen Prinzen zu
verpartnern. Doch ihre Bemühungen waren vergeblich und mit Hilfe
eines großen sozialen Netzwerkes kamen die beiden schlussendlich
doch in Kontakt. Der König lud die Prinzessin alsbald ein, seine
Ländereien zu begutachten. Obwohl N die nahezu greifbare Anziehung
zwischen ihnen deutlich spürte, sträubte sie sich gegen einen
Besuch, da sie nicht wusste, wie M denn nun zu C stand. Diese
beteuerte zwar immer wieder, an C nicht näher interessiert zu sein,
aber konnte man sich dem sicher sein?
Dann kam der Tag, an dem C's
Beharrlichkeit und N's Spontanität aufeinander trafen und ehe sie es
sich versah, saß die Prinzessin in einer Kutsche auf dem Weg zum
Schloss des Königs. Aus dem geplanten eintägigen Aufenthalt wurde
ein viertägiger Kurzurlaub und einzig der Umstand, dass sie nicht
genügend Roben eingepackt hatte, veranlasste die Prinzessin
schließlich, wieder in ihre fränkischen Gefilde abzureisen. Kurze
Zeit später jedoch machte N sich wieder auf, um die Jagdgründe des
Königs besichtigen. Dies hatte bei ihrem ersten Besuch nur
unzureichend stattgefunden, da die Prinzessin von den Hofnarren des
Königs erst einmal auf Herz und Nieren überprüft wurde. Nachdem
sie ihre Trinkfestigkeit, einen gesunden Appetit und ihre
Gesellschaftsfähigkeit bewiesen hatte, verbrachten sie und der König
die restliche Zeit lieber entspannt im Schloss, anstatt über
verregnete Felsen, nasse Wiesen und durch dunkle Wälder zu klettern.
Während dieses länger andauernden
Besuches wurde klar: Hier hatte das Schicksal zusammen geführt, was
zusammen gehört. Allerdings waren es die Eltern des Königs, die
dies zuerst bemerkten. Da sie großen Gefallen an der Prinzessin
gefunden hatten, setzten sie alles daran, N an ihren Hof zu holen.
Auch dieser war mittlerweile klar geworden, dass sie ihre Gefühle
für den König nicht länger unterdrücken können würde. Bei einem
rauschenden Fest am Hofe des königlichen Bruders offenbarte die
Prinzessin sich schließlich dem völlig verdatterten König, der
sein Glück gar nicht recht begreifen wollte. Und da die männlichen
Gefühlsmühlen ja meistens etwas langsamer mahlen, dauerte es
weitere eineinhalb Wochen bis der König der Prinzessin mitteilte,
dass er seinen weiteren Lebensweg mit ihr an seiner Seite beschreiten
wolle.
Doch was wurde aus M? Diese fühlte
sich in ihrem Stolz verletzt, hatte sie den König doch zuerst
gesehen. Getrieben von Neid und Missgunst legt sie nun ein gar
unhöfisches Verhalten an den Tag und versucht, Prinzessin N vom
fränkischen Hofe zu vertreiben. Doch hier ist das letzte Wort noch
nicht gesprochen, der letzte Kelch noch nicht geleert. Ob M in ihrem
Bestreben erfolgreich sein oder doch noch zur Vernunft kommen wird,
wird die Zukunft zeigen. Und der König und die Prinzessin? Ja, wenn
diese nicht gestorben sind, dann telefonieren sie noch heute...
Na, wenn das mal keine Gute-Nacht-Geschichte ist, dann weiß ich's auch nicht ;)
Schlaft gut ihr Lieben,
Pony