Dienstag, 15. Oktober 2013

Für Alice ;)

Es waren einmal die beiden Prinzessinnen N und M, die in einer fränkischen Weinstadt residierten. Eines schönen Tages reiste der südhessische König C in diese Stadt, um mit den beiden Prinzessinnen einen Abend im Lichtspielhaus zu verbringen. Um den gesellschaftlichen Pflichten nachzukommen (N und C mussten einander noch vorgestellt werden), wurde sich zu einer gemütlichen Runde mit prickelnden Getränken auf M's Balkon verabredet. Doch dann geschah etwas, mit dem niemand gerechnet hatte: Die hünenhafte Gestalt und das vom studentischen Fechten gezeichnete Gesicht C's zogen N sofort in seinen Bann. Als sie ihm die Hand zum Kusse reichte, fuhr ein Blitz hernieder, der ihr den Atem stocken und die Welt um sie herum zum Stillstand kommen ließ. Und auch C verlor sich im Anblick der hübschen Prinzessin, die ihm da vor die königliche Nase geschwebt war. Der Verlauf des Abends war geprägt von einem unköniglichen Verzehr prickelnder Getränke und noch mehr unköniglichem Humor, so dass schnell klar war, dass König und Prinzessin aus dem selben Holz geschnitzt waren.

Prinzessin M gefiel die Situation gar nicht und von Eifersucht getrieben, versuchte sie am nächsten Abend alles in ihrer Macht stehende, eine Kontaktaufnahme zwischen den beiden zu verhindern und N gar mit einem anderen Prinzen zu verpartnern. Doch ihre Bemühungen waren vergeblich und mit Hilfe eines großen sozialen Netzwerkes kamen die beiden schlussendlich doch in Kontakt. Der König lud die Prinzessin alsbald ein, seine Ländereien zu begutachten. Obwohl N die nahezu greifbare Anziehung zwischen ihnen deutlich spürte, sträubte sie sich gegen einen Besuch, da sie nicht wusste, wie M denn nun zu C stand. Diese beteuerte zwar immer wieder, an C nicht näher interessiert zu sein, aber konnte man sich dem sicher sein?

Dann kam der Tag, an dem C's Beharrlichkeit und N's Spontanität aufeinander trafen und ehe sie es sich versah, saß die Prinzessin in einer Kutsche auf dem Weg zum Schloss des Königs. Aus dem geplanten eintägigen Aufenthalt wurde ein viertägiger Kurzurlaub und einzig der Umstand, dass sie nicht genügend Roben eingepackt hatte, veranlasste die Prinzessin schließlich, wieder in ihre fränkischen Gefilde abzureisen. Kurze Zeit später jedoch machte N sich wieder auf, um die Jagdgründe des Königs besichtigen. Dies hatte bei ihrem ersten Besuch nur unzureichend stattgefunden, da die Prinzessin von den Hofnarren des Königs erst einmal auf Herz und Nieren überprüft wurde. Nachdem sie ihre Trinkfestigkeit, einen gesunden Appetit und ihre Gesellschaftsfähigkeit bewiesen hatte, verbrachten sie und der König die restliche Zeit lieber entspannt im Schloss, anstatt über verregnete Felsen, nasse Wiesen und durch dunkle Wälder zu klettern.

Während dieses länger andauernden Besuches wurde klar: Hier hatte das Schicksal zusammen geführt, was zusammen gehört. Allerdings waren es die Eltern des Königs, die dies zuerst bemerkten. Da sie großen Gefallen an der Prinzessin gefunden hatten, setzten sie alles daran, N an ihren Hof zu holen. Auch dieser war mittlerweile klar geworden, dass sie ihre Gefühle für den König nicht länger unterdrücken können würde. Bei einem rauschenden Fest am Hofe des königlichen Bruders offenbarte die Prinzessin sich schließlich dem völlig verdatterten König, der sein Glück gar nicht recht begreifen wollte. Und da die männlichen Gefühlsmühlen ja meistens etwas langsamer mahlen, dauerte es weitere eineinhalb Wochen bis der König der Prinzessin mitteilte, dass er seinen weiteren Lebensweg mit ihr an seiner Seite beschreiten wolle.

Doch was wurde aus M? Diese fühlte sich in ihrem Stolz verletzt, hatte sie den König doch zuerst gesehen. Getrieben von Neid und Missgunst legt sie nun ein gar unhöfisches Verhalten an den Tag und versucht, Prinzessin N vom fränkischen Hofe zu vertreiben. Doch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, der letzte Kelch noch nicht geleert. Ob M in ihrem Bestreben erfolgreich sein oder doch noch zur Vernunft kommen wird, wird die Zukunft zeigen. Und der König und die Prinzessin? Ja, wenn diese nicht gestorben sind, dann telefonieren sie noch heute...


Na, wenn das mal keine Gute-Nacht-Geschichte ist, dann weiß ich's auch nicht ;)

Schlaft gut ihr Lieben,

Pony

7 Kommentare:

  1. Auch wenn ich es jetzt erst kommentiere, ich habe das Märchen gestern Abend im Bett gelesen. Ich mag das Märchen :) Und diese zickigen Ms, die haben wir eben irgendwie alle in unserem Leben - aber inform von bösen Stiefmütter und Stiefschwestern gibt es die halt in jedem Märchen.

    Ein bissel leid tut M mir aber schon :D Sie müsste es zwar rational betrachtet gut verarbeiten können, aber wann ist die Liebe schon mal wirklich rational?

    AntwortenLöschen
  2. Das ist so schön und ich gönn's dir von Herzen :-)

    Naja, und M ... die wird/muss schon drüber hinwegkommen. Als gute Freundin sollte sie sich halt mitfreuen können ... wo die Liebe hinfällt usw.

    AntwortenLöschen
  3. Der Punkt ist vor allem, dass M sich 1. jeden Tag auf's Neue "verliebt", sprich, sich Verliebtheit einredet. Jetzt, da ich ihn habe, will sie ihn plötzlich auch und macht Stunk, aber richtig böse. Aber wenn ich ehrlich sein soll, ist es mir mittlerweile egal! Die Tatsache, dass sie mir ihn so wenig gönnt, zeigt mir ja auch ihre Einstellung mir gegenüber. Es geht nicht nach ihrer Pfeife und schon dreht sie völlig durch. Auf dieses Theater habe ich schlicht keine Lust. Außerdem bin ich gerade viel zu glücklich und genieße die Zeit mit C viel zu sehr, als dass ich mir das vermiesen lassen will ;)

    Ich weiß, dass das egoistisch klingt, sie würde in meiner Situation aber genauso handeln.

    Amor vincit omnia ;)

    Drück euch

    Pony

    AntwortenLöschen
  4. Kurzer Zwischenstand: Zu viele Frauen auf einem Haufen sind nix. M hat die böse Hexe raushängen lassen und die erste Runde gewonnen - zumindest in ihrer wirren Welt. Aber zum einen lasse ich mich nicht so schnell unterkriegen und zum anderen hab ich mit C sowieso den Hauptgewinn ;)

    AntwortenLöschen
  5. Ui, dann mal alles Gute und viel Glück für das Königspaar! Und die böse Hexe am besten ignorieren! :)

    AntwortenLöschen
  6. Prinzessin M soll mal aufpassen, dass Queen N nicht mal bei euch vorbeischaut und sie platt macht :P
    Niemand steht meiner Prinzessin N so dreist im Wege, das wird nicht toleriert. Meine Knappen bereiten die Kutsche jeder Zeit vor. M sei gewarnt.

    <3

    AntwortenLöschen
  7. Das klingt ja alles mächtig spannend! Ich hoffe, du hälst uns auch weiterhin auf dem Laufenden, ja? ;)
    Ich glaube, auf die Freundschaft mit M solltest du zukünftig wohl gänzlich verzichten ...

    AntwortenLöschen