Mittwoch, 22. September 2010

Shanghai Teil 1

So. In den nächsten Tagen werd ich ein bisschen über meine Erlebnisse in Shanghai berichten. Eine genaue Aufteilung hab ich noch nicht im Kopf, aber das wird schon werden. Zum Schluss wird's dann eine kleine Liste mit Tipps geben, was man bedenken oder beachten sollte, wenn man sich in diesen Horror Stadt wagt.

Los ging es am Samstag, den 04. September 2010 gegen 15 Uhr. Wir flogen von Frankfurt a. M. mit China Eastern Airlines in einem Airbus A 330 (das erfuhr ich erst, als ich schon drin saß, sonst hätte ich mir das Ganze wohl nochmal überlegt!). Der Flug war soweit ok, ich fliege einfach nicht gerne :( Eigentlich finde ich das Ganze sehr faszinierend, über den Wolken schweben und so. Wenn ich dann aber in der Anzeige sehe, wie hoch wir sind und dann wackelt der Vogel vielleicht sogar noch - dann saust mir das Herz in die Hose und ich sehe irgendwelche Absturzbilder vor meinem inneren Auge... Dieses Mal hatte ich medizinische Unterstützung, so dass sich meine Panik zumindest in Maßen hielt. Trotzdem brauche ich solche langen Flüge nicht. Man kann sich nicht richtig bewegen, man hat keinen Platz, die Luft ist so trocken und dann dieses monotone Brummen der Turbinen...

Dementsprechend war ich also froh, nach 13 (!!) Stunden wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Draußen war es unglaublich heiß und stickig, zum Glück ergatterten wir eins der Taxis, die schon dort standen und mussten nicht warten. Ca. 80 km waren es vom Flughafen bis zum Hotel, hundemüde wie ich war hab ich mich einfach auf die Rückbank gelegt und geschlafen. Anschnallen kann man in den meisten Taxis sowieso knicken, außer an den Vordersitzen gibt es keine Anschnalldinger (also diese Teile, wo man die Gurte reinsteckt).
Schlafen war sowieso die bessere Alternative, als europäischer Autofahrer erleidet man im chin. Straßenverkehr nämlich so manchen Fast-Herzinfarkt. Aus 3 Spuren werden da locker mal 5, Geschwindigkeitsbegrenzungen sind Richtlinien, Ampeln hübsche Dekoration und Blinker überflüssig, man hat ja ne Hupe! Auch die Fahrtrichtung wird gern mal nach Gutdüng bestimmt. Ich werd mal versuchen, ne Zeichnung davon zu machen.

Bezahlt haben wir für die Action ca. 30 Euro - VERSUCH DAS MAL HIER!

Das Hotel erschien auf den ersten Blick ganz ok, aber eigentlich war's mir total egal. Ich war sooo unglaublich müde! China ist uns zeitmäßg 6 Stunden voraus. Das klang für mich erstmal wenig und ich hab nicht erwartet, dass es so heftige Auswirkungen auf mich haben wird.

Nach dem Mittagsschläfchen sind wir dann mit der U-Bahn in die Stadt gefahren. Unglaublich eigentlich, dass wir dabei nicht erfroren sind. Die Wagen waren auf gefühlte 5 Grad minus gekühlt und wir haben in unseren kurzen Sachen doch ganz schön gefroren!

Für die ungeduldigen hier also schonmal Tip 1: Einen dünnen Schal einpacken und immer mitnehmen. Der Klimaanlagenfetisch ist in China unglaublich verbreitet und wenn man das nicht gewöhnt ist, mutiert man ziemlich schnell zum Eiszpafen *bibber*

Unterwegs wurde dann ein Vorurteil schonmal bestätigt: Gesittetes Ein- und Aussteigen? Ach wohin, wir bilden einfach eine Mauer in der Bahn und draußen und sobald die Türen aufgehen, rennen beide gegeneinander. Wer die Ellenbogen am weitesten ausfahren kann, gewinnt.

Hat man den (langen!) Weg nach draußen erstmal gefunden, sieht man als Frau vom Land (also ich ^^) erstmal die Stadt vor lauter Häusern nicht.


Viele heben sich durch interessante Formen von der Masse ab:

(Das ist übrigens das Marriott Hotel)

Während der Traummann munter drauf losstiefelte, klammerte ich mich fast schon verzweifelt an ihm fest. Ich bin nicht sonderlich erfahren, was Großstädte angeht und in Frankfurt schon überfordert. Nicht auszudenken, den T. dort zu verlieren!

Hier Tip Nr 2: Bei einem längeren Aufenthalt sollte man sich an einem Kiosk chinesische Simkarten besorgen. Sie sind relativ günstig (je mehr 8en in der Nummer sind, umso teurer ist sie) und müssen auch nicht irgendwie freigeschaltet werden. Namen o.ä. muss man auch nicht angeben. Karte ins Handy und los!

Wir sind natürlich direkt an DER Shoppingmeile Shanghais ausgestiegen, der Nanjing Road. Dort steht eine Mall neben der nächsten, alle paar Meter gibt es Starbucks, Mäckes und Co und die Preise sind unglaublich hoch (außer beim Essen - bei Mäckes kann man mit 3 Leuten für das gleiche Geld essen, das man hier für eine Person hinlegt). Gerade Kleidung ist dort viel teurer als hier. Vom typischen China dort also keine Spur!
In fast jeder Mall gibt es Restaurants, in denen man wirklich chinesisch, günstig und lecker essen kann - wenn man mutig ist und einfach irgendwas nimmt, was den Augen gefällt. Die Beschreibungen sind in den meisten nämlich nur chinesisch. Zum Glück kann der T. genug chinesisch, um Essen zu bestellen *puh*

Hier also Tip Nr 3: Man darf sich auf keinen Fall auf seine Englischkenntnisse verlassen! Ich habe nur sehr wenige Chinesen getroffen, die so gut Englisch sprachen, dass man sie verstehen konnte und das waren leider nicht die Bedienungen im Restaurant oder bei Starbucks. Selbst an der Hotelrezeption waren wir so einige Male aufgeschmissen, dazu aber später mehr. Wer länger dort bleiben will, sollte sich vorher unbedingt einen Chinesischkurs auferlegen!

Den Rest des Tages liefen wir einfach so durch die Gegend, um zu schauen und uns zu orientieren. Unglaublich, aber die Menschenmassen nehmen nie ab. Egal, ob Tag, ob Nacht, die Stadt scheint immer überzuquellen vor Leuten. Liegt vielleicht daran, dass es auch nachts fast taghell ist:



Zum Glück hatten wir einen echt guten Reiseführer mit, der ausführliche Karten und eine gute Metroübersicht lieferte. So konnten wir uns relativ gut zurecht finden. Ein absoluter Vorteil ist, dass an (fast) jeder Kreuzung Straßenschilder stehen, auf denen die Himmelsrichtungen angegeben sind. Davon hab ich leider kein Foto, aber das sieht dann ungefähr so aus:

W Nanjing Rd. E (also: links ist Westen, rechts Osten)

Ich hatte irgendwann genug Reizüberflutung und war sehr froh, als wir uns auf den Weg ins Hotel machten.

An dieser Stelle Tip Nr 4: Schon bei der Ankunft sollte man sich ein paar Visitenkarten des Hotels mitnehmen, auf denen Name und Adresse auch in Schriftzeichen angegeben sind. Ich hatte immer eine in der Hosentasche, in der Handtasche und im Geldbeutel. Wenn man mit dem Taxi fährt, kann man dem Fahrer anders nämlich nicht erklären, wo man hin will.

Dummerweise hatte ich zu Hause gar nicht an die Internetsperre gedacht und war dementsprechend sauer, als ich feststellen musste, dass man u.a. auf blogspot nicht zugreifen kann. So war's also nix mit zwischendurch mal melden oder so :-/

Tip Nr 5: Wer also auch im Urlaub bloggen will, sollte sich dafür entweder eine eigene website anlegen oder nach Alternativen schauen (also, den maki-blog und sämtliche wordpress-blogs konnte ich öffnen).

So, das war's erstmal. Ich genieße jetzt das schöne Wetter und schreibe nachher weiter. Kommentare und Fragen sind gern gesehen, Bilder kommen auch noch mehr (spätestens im Expo-Teil wird's wohl eine Bilderflut geben).

Bis später,

Pony

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