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Dienstag, 5. Februar 2013

"Ich finde nicht...

...dass du zu dick bist!" so läutete mein lieber Mitbewohner D. vor kurzem eine zünftige Küchendiskussion ein. Er hatte abends Nudeln gekocht und gefragt, ob ich mitessen wolle. Diese Einladung habe ich verneint und erklärt, dass ich erstmal wieder auf abendliche Kohlenhydrate verzichten werde. Durch den ganzen Stress in den letzten Wochen / Monaten habe ich sehr unregelmäßig und unbedacht gegessen, was sich sofort auf meine Hüften, meinen Bauch und mein Gesicht geschlagen hat. 10kg mehr als mir lieb sind trage ich derzeit mit mir herum. 10kg - die Hälfte an Gewicht, was ich mal verloren habe, ist damit wieder drauf!

Aber zurück zu D. Diese Aussage bekomme ich öfter zu hören, wenn es um mein Gewicht / meine Unzufriedenheit damit geht. Dabei behaupte ich gar nicht, zu dick zu sein. Ich gehe nichtmal so weit zu sagen, dass ich überhaupt dick bin. Ich bin 1,68m groß (oder klein >_< ) und wiege z.Zt. 68kg (2 habe ich schon erfolgreich verjagt, ha!). Das klingt erstmal normal, macht aber einen BMI von 24,1. Bis 25 ist in meinem Alter ok, was bedeutet, dass ich näher an "nicht mehr ok" als an "noch nicht ok" bin. Außerdem ist mein Körperfettanteil für mein Alter zu hoch, v.a. am Bauch. Das Gesicht meiner Hausärztin hättet ihr sehen müssen, als sie mir das gesagt hat xD "Frau Pony, ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen das sagen soll. Ich hab das zwar schon öfter Patienten gesagt, aber niemals jemanden von Ihrer Statur. Also, so blöd das jetzt klingt, aber Ihr Körperfettanteil ist zu hoch!"

Und schlussendlich mein persönlichstes Argument überhaupt: Ich fühle mich absolut nicht wohl so! Ich bin schon froh, dass unsere Badspiegel sehr hoch hängen. So muss ich mich nach dem Duschen nicht sehen - will ich nämlich nicht! Ich will auch keine Hosen in Größe 40 kaufen, aber die 38 ohne viel Stretch passen nicht mehr. 40 - da ist ne 4 vorne. Das erinnert mich an früher, 80kg Kampfgewicht, Größe 44. So will ich nie wieder sein!

Ich verstehe nicht, warum man erst "zu dick" sein muss, um abnehmen wollen zu dürfen. Was ist "zu dick" überhaupt? Wer bestimmt über "zu dick", "gut so", "zu dünn"? Warum MUSS ich mich mit einer normalen Figur abfinden, warum MUSS ich mich rechtfertigen, weil ich lieber sportlichschlank sein möchte? Warum darf ich nicht sagen, dass mir mein Bauch so nicht gefällt, nur, weil er nicht "fett" ist?

Ehrlich, würde ich ne 36 tragen und mich auf Gedeih und Verderb auf 34 runterhungern wollen, dabei ständig Abstriche machen und jeden Spaß am Leben und Genießen verlieren, könnte ich dieses Drama ja verstehen. Wer sein Gewicht nur halten kann, in dem er permanent strengstens Diät hält, sollte sich wirklich Gedanken machen, ob er seinem Körper damit gut tut. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich eines auf dieser Welt über alles liebe und das ist ESSEN. Nicht alles und auch nicht in abartigen Mengen. Aber ich könnte z.B. niemals eine Nulldiät oder so einen Suppen-Crash-Diät-Schwachsinn durchziehen. Ich esse am liebsten 3 warme Mahlzeiten pro Tag und zelebriere das mit größtmöglicher Sorgfalt. Essen streichelt meine Seele und kochen lässt mein Gedankenkarussel zumindest kurzzeitig etwas langsamer rotieren.

Seit einer Woche achte ich also wieder mehr auf das, was ich esse. Koche für die Uni vor, statt das zu essen, was in der Mensa eben da ist. Plane, um Heißhungerattacken und damit verbundene Gänge zum Snackautomaten o.ä. zu vermeiden. Chips kaufe ich keine mehr, auch meine geliebte Cola hab ich erstmal gestrichen. Das einzige Süße, das bleiben durfte, sind Toffifees. Die kann man gut dosieren: eins raus nehmen, Packung wegtun, eins genießen. Dann Zähne putzen und ab ins Bett *gg* Wenn ich weiß, dass ich irgendwas da habe, hält sich meine Lust auf Süßigkeiten eher in Grenzen.

Außerdem habe ich mir ein Sportprogramm zusammengestellt. 3-4 Mal die Woche gibt's 30 Minuten Workout, speziell für Arme, Bauch und Rücken. Meine Beine sind toll, die mag ich wie sie sind, die dürfen so bleiben. Länger als 30 Minuten halte ich derzeit nicht durch. Sobald ich fitter werde, werden Sportdosis und Ernährung wieder angeglichen.

Meine Freundinnen haben mich für verrückt erklärt, weil ich ausgerechnet in der Prüfungswoche damit angefangen habe. Lustigerweise hat es mir aber total gut getan: Ich bin morgens nach dem Sport viel fitter in der Uni gewesen, habe länger durchgehalten, war nicht so viel müde. Nachts habe ich besser geschlafen, da ich nicht so spät und nicht mehr so viel gegessen habe.

Das bestärkt mich widerum in dem Gefühl, dass es so mit mir nicht weitergehen konnte. Nach einer Woche bin ich nun schon 2 Kilo los, schlafe gut und bin einfach irre stolz auf mich, dass ich es tatsächlich schaffe, für den Sport ne Stunde eher aufzustehen. Ich bin nämlich ne Schlafmütze und schlafe eigentlich immer so lange es nur geht!

Mein Ziel sind 10 Kilo in 3 Monaten. Das halte ich für realistisch und es erlaubt mir, nicht auf ein Crashdiätformat zurückgreifen zu müssen, sondern das Ganze mit vernünftiger Ernährungsumstellung zu schaffen. Ich will versuchen, diesen Werdegang hier ein bisschen zu dokumentieren. Einerseits, weil es mich motiviert (jetzt wisst ihr's ja alle xD), andererseits aber auch, um bei Bedarf auf etwaige Ideen / Pläne etc zurückgreifen zu können. Aus meiner letzten Abnehmphase von vor 3 Jahren habe ich nichts mehr. Keine Ahnung, was ich damals gegessen habe, wie schnell / langsam die Kilos gepurzelt sind usw.

Und noch eine Anmerkung zum Schluss: Ich möchte niemanden angreifen, der Größe 40 oder größer trägt oder was auch immer. Hier geht es einzig und allein um MICH, um MEIN Gewicht, um MEIN Wohlfühlen.

So, und jetzt gehe ich schlafen, damit ich morgen um halb 8 fit für mein Quälprogramm bin *huah*