Donnerstag, 11. November 2010

Expo 2010 in Shanghai Teil 2

Soo,

ein paar Bilder hab ich noch ;)

Griselda fragte nach dem letzten Post, worin der Sinn einer Weltausstellung eigentlich liegt und genau das war auch die Frage, die mich diesen Tag über sehr beschäftigt hat. Viele Pavillons haben mir nicht gefallen. Das lag vor allem daran, dass ich nicht verstehen konnte, inwiefern das Gezeigte das Land repräsentieren soll. Vieles war langweilig gestaltet und wirkte lustlos. Sehr viel Wert lag scheinbar auf Technik: Überall gab es riesige Monitore mit allerhand Filmen, die aber auch selten eine wirkliche Vorstellung des Landes vermittelten.

Irland ist hier mein Paradebeispiel: Äußerlich gefiel mir der Pavillon sehr gut, war über und über bedeckt mit Gras. Wie Irland eben. Nur die Sonne im Hintergrund hat nicht so gut gepasst ;)



Innen dann die pure Enttäuschung: Ein lieblos gestalteter Zeitstrahl zur Geschichte, eine komische Videoperformance und sowas hier:



Erklärungen (wenn es denn welche waren) nur auf Chinesisch. Und mal ehrlich: Was will das sagen? Dass wir in modernen Zeiten leben? Dass auch in Irland die Zeit nicht stehen geblieben ist? Dass die Küche von damals viel cooler und gemütlicher aussieht als die neue?

Das gibt's in China auch und eigentlich überall, dafür brauch ich keine Expo.

Hier nochmal ein Ausschnitt aus der Videoperformance. Von der Art her war sie cool, weil sie ganz merkwürdig gespiegelt war und sie dadurch interessant wirkte. Der Inhalt aber war nicht besonders: Man sah Sportler, Menschen in der Stadt (als würden die Chinesen das nicht kennen!), viel Grün und eine Mutter mit Kind. Gibt's alles nur auffer Insel oder was?


Ob das Fußball, Football, Kricket oder weiß der Geier war, weiß ich nicht mehr. Ging auch alles zu schnell. Vom Outfit der Spieler her tippe ich aber auf Fußball. Sind die Iren da so gut? Wusste ich gar nicht.

Eine weitere Frage, die mich beschäftigte, war die Kostenfrage. Das Ganze kostet doch wahnsinnig viel Geld und wenn die Ausstellung zu Ende ist, wird das meiste wieder in den Boden gestampft. Woher kommt das Geld? Sind das Steuergelder, die da verbraten werden? Wie viel Budget steht da zur Verfügung? In Deutschland scheinbar mehr als z.B. in Indonesien, zumindest war der Pavillon etwa doppelt so groß (oder sogar dreifach?)?
Warum wird so viel Wert auf technische Spielereien gelegt, wenn das Land selbst eigentlich für ganz andere Dinge bekannt ist? Irland z.B. hätte doch viel mehr mit seiner keltischen Vergangenheit arbeiten können oder sich so präsentieren können, wie es eben ist: mystisch, malerisch, nass. Schafe gibt's dort doch zu Hauf, mehr oder weniger leckeres Bier in urigen Pubs, Folkmusic und in Dingle sogar nen Delfin! Und und und.

In Shanghai waren die Eintrittspreise relativ human, wenn ich mich recht erinnere, haben wir 2000 in Hannover mehr bezahlt. Wenn man nun alle Ausgaben, die so ein Tag (oder eher zwei - drei, an einem sieht man eh fast nix) zusammen nimmt, kann man davon wahrscheinlich schon einen Städtetrip bezahlen und sich ein wirkliches Bild davon machen, was dieses Land ausmacht. Wenn man nicht gerade in der Veranstaltungsstadt wohnt, kommt es doch fast einem Urlaub gleich, dorthin zu fahren, zu nächtigen und zu essen, oder seh ich das falsch?

Andererseits hatte ich in Hannover aber auch in fast jedem Pavillon das Gefühl, ich bin DA. Ich bin nicht mehr in Hannover, ich bin in Südafrika. Das war Wahnsinn. Ist aber auch schon 10 Jahre her. Mag daran liegen, dass ich zu diesem Zeitpunkt außer Deutschland noch nichts gesehen hatte. In den letzten 10 Jahren hat sich da doch einiges getan ^^

War von euch schonmal jemand auf einer Expo? Wo? Wie war es für euch? Schreibt doch mal wieder was ;)

So, jetzt gibt's noch ein paar Fotos:


Hinweisschilder auf Chinesisch, das war unglaublich praktisch. *gnah*


Das war im türkischen Pavillon. Wie diese Technik heißt, weiß ich nicht (kann leider immernoch kein Chinesisch), aber es war echt irre, wie schnell der Kerl war und was aus dieser Plörre geworden ist. Ein bisschen Farbe hier...


...ein bisschen rühren und spritzen...


...tadaa!!




 Ukrainischer Pavillon: Restaurant und...



...Strohfiguren. Leider war der Bastelmensch gerade essen oder auf dem Klo, hätte das ja gern live gesehen (übrigens ließen viele Chinesen die Teller noch halb voll zurück. Ich hatte dummerweise kurz vorher schon was gegessen und war pappsatt).


Der Töpfermensch war toll! Der hat nicht nur lustige Krüge getöpfert, der konnte Deutsch. Und wir hatten ein sehr lustiges Gespräch. Triffste in Shanghai nen Tunesier der Deutsch kann. Sachen gibt's...


Hier war wohl leider nicht genug Budget vorhanden, deswegen gab's keine Live-Vorführung, sondern ein Video. Endlich wurden diese Dinger sinnvoll genutzt! Unglaublich, wie schnell man einen Teppich weben kann, wenn man's kann! Das Video hat mir mit am besten gefallen, weil es typische Handwerke aus dem Land gezeigt hat und auf unnötigen Schwachsinn verzichtet wurde. Sehr interessant.


Nun die große Frage: Bitte wo geht's zurück? (Dank vieler Falschinformationen war ich geschlagene 2,5 Stunden unterwegs bis zum Hotel. Danke hiermit an die netten Infoleute, die einfach nicht geschnallt haben, dass ich auf die andere Flussseite muss und NICHT im Kreis ums Gelände fahren will!)

So, viel spannendes gibt's nun nicht mehr, aber ich werd nochmal in den restlichen Fotos schmökern und dann in den nächsten Tagen noch die beiden letzten Reisetage zusammenfassen. Da waren wir auf Wohnungssuche, lecker Essen (man muss ja essen, was auf den Tisch kommt *quak*) und haben den letzten Tag bei strömendem Regen und Tropentemperaturen verbracht. Das war schöner, als man denkt.

Ich werf mich jetzt mit "Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter" auf die Couch und hoffe, dass uns der Wind das Dach nicht vom Kopf weht! Heute Mittag war's hier so schön sonnig und warm, kann das nicht so bleiben?!

Einen schööönen gemütlichen Abend wünsch ich euch,

Pony <3

Samstag, 6. November 2010

Pony nach Hause telefonieren

"Vergiss nicht - man braucht nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen." - Marc Aurel

Wenig heißt in meinem Fall: Familie, Freunde und Heimat. All das werde ich bald wieder um mich haben und das Glücksgefühl, das mich gerade durchströmt, ist unbeschreiblich!
Wir haben eine wunderschöne Wohnung gefunden, allerdings nicht in der Studienstadt, sondern in der hessischen Heimat. Ich werde also viel Zeit im ICE verbringen, viel Geld dafür bezahlen und morgens damit nicht glücklich sein - aber abends, wenn ich nach Hause komme und mich spontan mit den Liebsten treffen kann. Und in den Ferien, wenn ich nicht alleine zu Hause sitze und Heimweh habe, sondern vermutlich nicht weiß, mit wem ich zuerst etwas unternehmen soll. Und nachts, wenn ich zwar allein in unserem großen Bett liege, aber ich weiß, dass ein guter Freund samt Frau direkt nebenan wohnt und wir uns schon am nächsten Tag wiedersehen werden. Und überhaupt werde ich meine Großeltern wieder öfter sehen, kann für meine Oma, die sich sehr einsam fühlt, da sein und sie unterstützen. Kann ihr endlich etwas von dem zurückgeben, was sie mir all die Jahre gegeben hat.

Kann allein sein, ohne mich einsam zu fühlen. Und das alles hätte ich HIER nicht.

Vor ein paar Jahren wurde mir meine Heimat madig gemacht. Ich wollte nur weg - egal wohin, Hauptsache weg! Zum Glück hab ich nach einiger Zeit verstanden, dass es nicht die Heimat selbst war, die ich nicht mehr mochte, sondern die falschen Menschen um mich herum. Über diese Erkenntnis bin ich heute umso glücklicher, denn "nach Hause kommen" fühlt sich so wunderbar an.

Mach's gut Bayern, es war seltsam hier. Hallo Hessen, ich freu mich auf dich!

Glückseelige Grüße vom

Pony

Donnerstag, 4. November 2010

Schuhu

Wie's aussieht, bin ich nun auch Opfer. Eigentlich hatte ich versucht, den Eulen aus dem Weg zu gehen. Für die Beste gab's ein paar, aber das ist was anderes, die mag die, die wollte die. Aber dann! Dann war ich mit meiner Mama im Stoffkaufrausch. Ok, Mama war im Rausch und hat gekauft, ich hab mitgenommen *tüdelü*

Ich muss zugeben, ich hätte den Stoff nicht im Internet bestellt. Ich wusste für mich nix damit anzufangen. Doch dann hatte ich ihn in der Hand und dieser Feincord fühlte sich so toll an und sah auch farbtechnisch so klasse aus, dass ich ihn haben musste.

Und das ist aus ihm geworden:


Ein Kissen für die Beste...


...und eine neue Tasche für mich :-)


Eine "Atomium", nach einem Freebook von Frau Griselda (machwerk)


Dummerweise lässt sich das Innenfutter nicht gut fotografieren. Ich bin momentan nur zu Hause, wenn es dunkel ist und hellblau + Blitz = doof. Menno.

Nun, mein halbes Meterchen Eulenreigen ist bis auf ein Fitzelchen aufgebraucht und nun ratet, was ich getan habe? Genau. Ich hab die Mama angerufen, damit sie nochmal in die Stadt düst und mir mindestens einen Meter davon besorgt. Mindestens. Jawohl! Ich bin im Eulenwahn, ich brauch ne Therapie...

Sodelle, das nächste machwerk-Modell befindet sich im Zuschnitt, da flitz ich jetzt mal wieder hin. Ich liebe diese Schnitte einfach! Zwar verzweifle ich beim bloßen Lesen der Anleitung desöfteren, aber ich werd noch lernen, nicht 100 Mal zu lesen, sondern einfach loszulegen und Schritt für Schritt zu tun, was zu tun ist. Dann sind die Schnitte nämlich wunderbarst einfach. Aber Fräulein Pony macht sich die Welt immer schwieriger als sie sein müsste.

Einen schönen Abend euch,

Pony

Mittwoch, 3. November 2010

Expo 2010 in Shanghai Teil 1

Hallöchen :)

Da bin ich mal wieder. Leider war meine gute Laune zu Hause bald verflogen, weil sich die Wohnungssuche als sehr viel schwieriger als erwartet herausstellte. Da wir nun immernoch nichts haben (noch nichtmal in Aussicht), haben wir beschlossen wieder in die heimatlichen hessischen Gefilde zu ziehen. Das ist zwar mit ein bisschen Fahrerei verbunden, aber ich kann gerade nicht in Worte fassen, wie glücklich mich das macht!

So, nun geht's aber endlich weiter mit viiiielen Bildern und wenigen Worten. Es war heiß, völlig überfüllt, die Wege seeehr weit und die Schlangen seeeeeeeeeeeeeeeeeehr lang! Die Folge ist, dass ich nicht sehr viel gesehen habe, aber es war ein weiterer Tag, der vorbei war. Auch schön!


Ufos gab's da (ich hab vergessen, welcher Pavillon das war *schäm*)



Auf die Fähre, fertig, LOS!



Die Aussicht von der Fähre aus.


Das Expo-Maskottchen. Da ich nicht weiß, wie es heißt, hab ich es einfach "Männlein" getauft. Irgendwie finde ich es niedlich *gg*


Das müsste in Indonesien gewesen sein, sicher bin ich mir leider nicht. Der Pavillon war sehr klein und viiel zu voll, deswegen bin ich schnell geflüchtet!


Sandalenfüßler aufgepasst!


Das mag ich am Liebsten: Künstler oder Handwerker, die typische Dinge aus ihrer Heimat präsentieren. Hier der Tiki-Schnitzer...


...dort die Seidenmalerin.


Verbildlichter Zeitstrahl in Australien. Den Blick des Schafes fand ich einfach zu geil xD


Beschäftigung des Tages: Anstehen!


Coole Inszenierung in Australien. Diese Bildschirme sind hoch- und runtergefahren und das "Innenleben" hat sich damit auch verändert. Es wurde die Geschichte von Kindern verschiedener Herkunft erzählt, was sie für Träume haben und später ihren Platz in der Welt finden. Zwei Mankos: 1. Gesprochen wurde Chinesisch. Es gab zwar Untertitel auf Englisch, allerdings waren die bis zu einer gewissen Höhe der Leinwände ausgeblendet. 2. Irgendwie war es sehr "schleimig". Ständig wurde davon gesprochen, wie nahe sich Australien und Shanghai seien und so ein bla bla. Als wäre Shanghai Zentrum der Welt. Äääh. NÖ!


War ein bisschen wie im Zoo- aber ich war Besucher *gg*


spacige Pavillons gab es jeeeeeeeeede Menge. Falls man es nicht lesen kann: Das ist Portugal.


Soo, das muss erstmal reichen. Blogger streikt, also gibt's nun keine weiteren Fotos. Mal sehen, wann er wieder mitspielt *roll eyes* Oder ist das ein Zeichen, dass ich unbedingt was für die Uni tun sollte????
Habt einen schönen Abend!

Pony

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Yippieh!

Kurz Zeit, kurz Netz an der Uni und die freudige Nachricht, dass sich mein Stundenplan so verändert hat, dass ich morgen nach Hause zum Liebsten fahren kann! Am Montag ist hier in Bayern Feiertag, wir haben also ein langes Wochenende *seufz*

Hach, was bin ich glücklich... Von 16 bis 18 Uhr Vorlesung, dann packen, schlafen, Vorlesung, heim...

Wenn sich meine Laune bis morgen so wunderbar hält, schaffe ich es hoffentlich, endlich die Expo-Bilder zu posten und endlich den Shanghai Endspurt zu beginnen. Tut mir wirklich leid, dass sich das so verzerrt hat :( Wenn es mir super gefallen hatte, wäre ich wahrscheinlich schneller fertig gewesen ;)

Sooo, alle müssen sich nun mit mir freuen, jawooohl!!

So long,

Pony

Sonntag, 24. Oktober 2010

Ach, ich mag nicht :(

Hier passiert zur Zeit wenig bis gar nichts, ich weiß. An der Zeit liegt es nicht, der Studienbeginn ist schuld :(

Ab morgen geht die Uni richtig los, das heißt, ich bin unter der Woche in meiner WG und nicht hier zu Hause. Für mich ist das eine Qual, weil wir dort weder Festnetz- noch Internetanschluss haben und der Kontakt mit dem Traummann sehr, sehr eingeschränkt ist. Meine Mitbewohnerin will sich zwar schon ewig und 3 Tage drum kümmern, aber sie tut es nicht. Sie tut momentan eigentlich gar nichts, außer Müll liegen lassen, wenn sie weggeht, die Heizung aufdrehen und die Tür auflassen und lauter solche Scherze. Auch das verdirbt mir die Laune.

Eine passende und bezahlbare Wohnung für uns zwei haben wir auch noch nicht gefunden, dabei würde ich sooo gerne jeden Tag genießen, den wir noch haben. In etwa 2 Monaten beginnt dann die 3 jährige Odyssee "China". Wenn ich daran denke wird mir ganz schlecht.

Die Zeit rennt davon und ich versuche krampfhaft, sie festhalten, doch es klappt nicht. Garantiert entdeckt sie mit Abflug des Traummannes die Langsamkeit!

Ich geh jetzt duschen, danach muss ich fertig packen und dann ist der Tag auch schon rum.


Da ich aber gerade bei China bin gibt's wenigstens ein Foto. Das ist ein Toilettenhäuschen der Expo, schaut genau ;)


Habt einen schönen Abend und bis bald,

Pony

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Klangschale vs. Mötley Crüe

Der Traummann wurde von der Firma nach Rumänien gejagt, die Beste wird von der Uni festgehalten und der kleine Bruder, der Ferien hat und vielleicht auf Besuch mitgekommen wäre, liegt mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus.

Ich geh jetzt ins Bett und hör mir tibetanische Klangschalen an, vielleicht fühl ich mich dann nicht so allein. Ich würd ja was anderes hören, aber ich brauch Kassetten und die Auswahl besteht aus den Klangschalen und Mötley Crüe. Nix gegen Mötley Crüe, aber schlafen kann ich dazu nur mit der Hilfe von Alko und hol. Och nöö.


Frau Pony ganz allein in der großen Wohnung, das ist nicht gut. Gar nicht gut. Ich mag das nicht. Und wenn ich dran denke, dass es ab Januar immer so ist, wird mir anders. Ganz anders.

Und ich frage mich, wie lange 3 Jahre wohl werden können...