Freitag, 24. September 2010

Shanghai Teil 2

Soo, das Wohnzimmer ist nicht sauber, aber ich *gg* Nun geht's mir schon viel besser und ich kann frisch ans Werk gehen...

Mein zweiter Tag in Shanghai startete viiiel zu früh! Männe musste arbeiten und ich sollte Entertainment bekommen, damit mir nicht so langweilig ist. Nunja. Um halb 9 wurde ich abgeholt (deutsche Zeit: 2:30 Uhr NACHTS!). Danke, dass die chin. Rushhour noch schlimmer ist als alles, was man von hier kennt. Ich lag im Auto und schlief *gg*

Unser erster Stop war beim "Fabric Market" (einem von viiiel zu vielen!). Klang erstmal super, weil ich dachte, dass das ein chinesischer Stoff- und Kleidermarkt ist. Pah. Nix da! Tourifang vom feinsten. In der Halle waren lauter kleine Läden und ich hatte das Gefühl, dass es überall das gleiche gab. Ständig kam jemand "Lady, need i-phone, need watch? Rolex!" Ehrlich, ich kann niemandem sagen wie sehr ich sowas hasse! Von allen Seiten angebabbelt zu werden und nicht in Ruhe gucken können. Ich shoppe gerne, aber nur, wenn ich mir alles in Frieden anschauen und anprobieren kann. Wenn mir ständig jemand was neues in die Hand drückt und mich dabei noch zuquasselt, krieg ich ne Krise. Und wenn ich ein i-phone will, dann kauf ich mir das in China im Store, da gibt's das nämlich ohne Vertrag und viel billiger als hier. Hah!

Ich hab dann einfach angefangen und versucht, meinem Guide ein bisschen Infos aus der Nase zu ziehen. Wie alt er ist, was er macht usw. Sonderlich gesprächig war er leider nicht, aber er schien zu merken, dass ich mich da nicht wohl fühle. Also ging's zurück zum Wagen und ich hab erstmal einen Hilferuf an den Traummann geschickt. Der kontrollierte seine Mails und fand heraus, dass am Samstag eine Mail mit dem Tagesprogramm kam (das war natürlich total schlau, weil wir da ja schon im Flieger saßen). Shopping - den ganzen Tag! Eine Mall nach der nächsten, pro Mall 20 Minuten. Das wäre ja schön und gut gewesen, wenn's dazu auch ne goldene Kreditkarte gegeben hätte, aber ohne? Ohne mich!

Etwas überrascht sah er aus, der junge Kerl, als ich ihm mitteilte, dass ich von dem Programm nichts wusste und dass ich eigentlich dachte, ich bekomm ne Stadtführung und ein bisschen Kulturprogramm.

Hätte ich mal die Klappe gehalten! Unser Weg führte daraufhin nämlich zum Yuan Garden & Bazaar. Eigentlich ist es dort ganz hübsch, die Häuser sind im traditionell chinesischen Stil gebaut:



Außerdem gibt es einen Teich voller Kois mit einer sehr interessanten Brücke drüber und einen Tempel. Doof nur, dass das einer DER Tourianlaufpunkte ist und man seine eigenen Füße im Gewühl nicht sehen kann. Alles, was auf dem Bazaar angeboten wird, ist unglaublich teuer (für deutsche Verhältnisse!). Immerhin gab es einen Tempel. Zwar gibt es in der Stadt viiiel schönere und traditionellere, aber dass mein Begleiter von Kultur absolut gar nichts hielt, war schnell herausgefunden. Ich habe ihn gefragt, warum die Brücke so komisch gebaut ist (sie geht nicht gerade über den Teich, sondern ist verwinkelt). Er meinte, dass der Architekt das wohl besser fand. Den Ursprung hat diese Bauweise aber in einem alten Aberglauben, der besagt, dass böse Geister nicht um Ecken fliegen können, sondern nur geradeaus. Deswegen sind Eingänge auch oft so gemacht, dass man erst um eine Ecke gehen muss.

Im Tempel selbst standen riiiiesige goldene Figuren, die ziemlich kampflustig ausschauten. Die Wände waren mit wunderhübschen Bildern bemalt. Irgendwie hab ich vor lauter Glotzen leider vergessen, Fotos zu machen :(

Aber ein Außenbild hab ich:


Links ist noch ein kleinerer Extretempel, in dem die Menschen speziell für Reichtum beten. Als ich Austen (so hieß mein Guide) fragte, warum die Leute 10 Yuan (ca 1 Euro) Eintritt bezahlen um zu beten, statt das Geld einfach zu sparen, sah er mich sehr verwirrt an und meinte, ich sei so pragmatisch. Nunja, dass das mit dem logischen Denken in China oft nicht soo gut geklappt, hatte ich da schon öfter gemerkt ^^

Dann gab es Mittagessen. Eigentlich hatte ich mich vor allem auf's Essen gefreut. Der Traummann und ich kochen sehr oft selbst chinesisch und zwar nach echt chinesischen Rezepten (für manche braucht man sogar ein Wörterbuch, weil er sie nur in Schriftzeichen hat *upsi*) und ich liiiieb das! Im Restaurant standen an einer Wand entlang viele kleine Küchen, in denen die verschiedensten Dinge zubereitet wurden. Leider waren die Beschreibungen nur in Schriftzeichen und mein Guide konnte mir absolut nicht erklären, was was ist! Ich musste also mutig sein und nahm einfach irgendwas, das lecker aussah. Austen packte noch eine Spezialität auf sein Tablett, die sich als nur halbgekochtes und noch blutiges Hühnchen entpuppte. Da sah ich wirklich den Tod inform von Essen vor mir! Und das, wo ich doch soo gerne esse :(

Mit diesem Essen hatte ich einfach nur Pech. Die Teigtaschen, in denen angeblich Rindfleisch drin sein sollte, waren mit irgendwas gefüllt, das nach muffigen Erdnüssen schmeckte und wirklich ungenießbar war. Ich hatte extra noch Nudeln mit Gemüse genommen, weil man damit ja nichts falsch machen kann. Kann man schon, wenn einem der Begleiter nicht sagt, dass man die erst nochmal braten lassen muss! Das hab ich mir dann im Nachhinein so gedacht, als ich meine Erinnerungen durchgegangen bin. Dort hab ich mir darüber keine Gedanken gemacht, weil er die auch so gegessen hat. Blöde Möchtegernhöflichkeit da...

Ich hab also nicht wirklich was gegessen :(

Weiter ging's mit dem Standartprogramm: Wir fuhren zum Bund. Dort stehen tolle Häuser noch aus der fanzösischen Kolonialzeit:


Außerdem hat man einen tollen Blick über den Huangpu-River nach Pudong und die dortigen Gebäude. Aber seht selbst:


Diese "Kugelding" links ist der Fernsehturm und die Kugeln sind knallpink! Ehrlich! Ich dachte erst, dass es nur durch die Sonne so aussähe, aber sie sind es wirklich. Das Gebäude weiter rechts, das aussieht wie ein überdimensionaler Flaschenöffner, ist das World Financial Center. Es ist 492m hoch und damit das höchste Gebäude in Shanghai. Bis vor zwei Jahren war das noch der Jinmao-Tower, der direkt davor steht (dass die Perspektive so ungünstig ist, hab ich leider erst später bemerkt), der immerhin stolze 421m misst. Er hat 88 Stockwerke (8 ist DIE Glückszahl in China) und außen 13 Stufen. Die 13 ist widerum eine besondere Zahl im Buddhismus.

Bis 2014 sollen die beiden vom 632m hohen Shanghai Tower überragt werden, der als höchstes Gebäude der Welt angepriesen wird. Moment. Da war doch was in Dubai, oder? Ist wohl noch nicht angekommen...

Falls sich schon jemand gewundert hat, weil man den Himmel sehen kann: Wegen der Expo wurden sämtliche Großbaustellen geschlossen, so dass der Smog komplett verschwunden ist. ICH fand das super, die Chinesen nicht so wirklich, weil's sooo furchtbar warm ist. Zu den Klimaanlagen sag ich jetzt nix...

Nächste Station war ein Buchladen und da wurde meine Shoppinglust wach. Yippieh! Englischsprachige Bücher für nen Appel und ein Ei. Ehrlich. Bücher bekommt man in China nachgeworfen. Lesen steht wohl nicht SO hoch im Kurs. Austen kannte nichtmal Harry Potter!

Wie gesagt, ich kauf nicht gerne ein, wenn mir dabei ständig wer über die Schulter lugt, also hüpften nur drei Bücher in meine Tasche ("Memories of a Geisha" von Arthur Golden, "Alice's Adventures in Wonderland & Through the Looking-Glass" von Lewis Carrol und "Pride and Prejudice" von Jane Austen).

Danach durfte ich dann gändigerweise wieder ins Hotel, denn mehr Kultur ertrug mein Guide wohl nicht. Schade, denn ich hätte mir gerne noch ein Museum z.B. angesehen. Aber laut Austen gibt es da ja nur langweilige alte Dinge und so. Aha.

Abends, als der Traummann endlich von der Arbeit kam, gingen wir im Hotel essen. Man, hatte ich Angst, dass das wieder so ein Horror wird wie mittags! Aber ich hatte Glück und es schmeckte ganz wunderbar. Eben so, wie ich mir das vorgestellt hatte ;)

Hier noch ein paar Impressionen des Tages:


Ausblick aus dem Hotelzimmer, 28. (!!) Stock. Ich hab so doll Höhenangst, dass ich nicht bis direkt ans Fenster laufen konnte. Gruselig, oder?


In unmittelbarer Nähe zum Hotel: Die Formel 1 Rennstrecke von Shanghai. Das mit den roten Säulen ist die Boxengasse, im Hintergrund kann man Shanghai sehen.


Wenn man die Heimat vermisst, setzt man sich in der French Concession in den Paulaner Biergarten.


Inkl. Oktoberfest *lol* Ich hätte ja zu gerne ein paar Chinesen fotografiert, während sie durch die Löcher gucken, aber da waren weit und breit nur Europäer. Schade :(

So, genug Input für heute. Bis es weiter geht kann es etwas dauern. Wir fahren über's Wochenende zu den Traummanneltern und haben keinen wirklichen Plan, wann wir zurück kommen. Leider haben die ein so furchtbar lahmes Internet, dass Blogposten keinen Spaß macht, weil die Verbindung das einfach nicht schafft :(

Euch ein schönes Wochenende,

Pony

2 Kommentare:

  1. *gg*
    Auch wenn es mir wirklich ein wenig leid tut, dass dir das erst mal nicht so gefallen hat- ich hab mich bei deiner Beschreibung herrlich amüsiert. Ehrlich :)

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  2. Soso, ein wenig tu ich dir also leid?? Na, immerhin etwas ;)

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